An unserem zweiten vollen Tag in Stockholm stand das Astrid-Lindgren-Museum auf dem Programm. Die schwedische Kinderbuchautorin begleitet uns schon seit Tagen. So lese ich täglich aus «Mio, mein Mio» vor. Diese Geschichte haben wir allerdings im Junibacken* weder in den spielerischen Ausstellungen noch während der Fahrt mit dem magischen Märchenzug gesehen. Nur zum Schluss gab es das Buch, sogar auf Deutsch. Da wir aber bekanntlich logistisch spartanisch reisen, lese ich weiter aus dem E-Reader.
Bei einem Bootsanleger gleich neben dem Junibacken konnten wir dann die Museumsschiffe Sankt Erik und Finngrundet besichtigen. Die Sankt Erik ist ein historischer Eisbrecher, der im Winter im Bottnischen Meerbusen so manches Schiff aus dem Eis befreien musste. Die Finngrundet ist ein Feuerschiff. Du fragst dich, was ein Feuerschiff ist? Ich wusste es auch nicht. Aber zum Glück gibt es Wikipedia.
Wir waren so angetan von den Schiffen, dass wir nach einer kleinen Mittagspause gleich die öffentlichen Verkehrsschiffe nutzten und entlang der Djurgården (die Insel mit den vielen Museen von Stockholm) fuhren.
Wie im vorherigen Beitrag von Nino erwähnt, lief noch ein Überlegungsprozess bezüglich der Cap-Anschaffung. Und so machten wir einen erneuten Abstecher in den Cap-Store. Für Noah war schnell klar, dass er ein exklusives Oilers-Cap ergattern will, das in einer Auflage von gerade mal 95 Stück produziert wurde. Bei Nino dauerte die Auswahl wesentlich länger – gefühlte Stunden. Es war auch schwierig, denn das, was ihm gefiel, war auch das letzte und es gab es nicht in der für seinen Kopf passenden Grösse. Offensichtlich hat er auch nicht ganz meinen Geschmack. Sämtliche Empfehlungen meinerseits wurden kalt abgewiesen – sozusagen vom Kopf gestossen. Das Tolle an einem solchen Hatstore (an dieser Stelle sei auch der geduldigen Verkäuferin gedankt) ist, dass man Caps individuell besticken lassen kann. Und so fanden wir die Lösung. Ein Bild folgt sicherlich demnächst in der Galerie. Wenn dir das Passwort dazu fehlt, melde dich bei mir.
Neben all der kulturellen Vielfalt rund um Kinderliteratur und historische Schiffe lernen wir auch das eine oder andere über Schweden und Stockholm. So haben wir beispielsweise erfahren, dass es in Schweden fast keine öffentlichen Wäschereien gibt. Die einzige Wäscherei in Stockholm hat nur sehr selten geöffnet und wird, wenn sie denn mal geöffnet ist, regelrecht überrannt. Hmmm, das wäre mal ein Businessplan. Eine öffentliche Wäscherei in Schweden eröffnen und dann bei „Auf und davon” bei SRF mitmachen … Wir helfen uns derweil mit der guten alten Handwäsche (im Waschbecken unseres Hotelzimmers).
Ich hoffe, dass uns jetzt noch ein weiteres Highlight erwartet. Das Frauen-EM-Fussballspiel zwischen Schweden und Deutschland wird in einem Public Viewing in der Nähe unserer Hotels übertragen. «Heja Sverige!». Falls die Fussballgötterinnen heute Abend der hiesigen Elf nicht gut gestimmt sein mögen, werden es hoffentlich zumindest die Wettergötter sein – es tropft nämlich immer mal wieder vom Himmel.
*Junibacken hat nichts mit sommerlichem Backwerk zu tun, sondern ist ein „interaktives Kulturzentrum“, das die schwedische Kinderliteratur würdigt. So sind dort nicht nur Werke von Astrid Lindgren, sondern auch von Sven Nordqvist, dem Schöpfer von Pettersson und Findus (im schwedischen Original Pettson och Findus), zu finden.

Das mit em sich nöd chöne entscheide – chunt mir doch bekannt übere (der Apfel fällt nicht weit vom Stamm😉😘)!
Witerhin alles Gueti und vil Spass!